Vortrag „Digitale Disruption“ beim Post Verlagsevent in Wien am 18.10.

Nachbericht über Prof. Dr. Stefan Gröner über „Digitale Disruption“ in Wien (horizont.at)

Im „Main Event“ des Abends setzte sich Stefan Gröner mit dem Thema „Digitale Disruption“ auseinander. Der Professor für Medienmanagement und Business Strategy an der Münchner Hochschule Fresenius arbeitete schon in den größten Medienhäusern Deutschlands wie Bauer Media und Gruner + Jahr. Ein Vorgang wie die Digitalisierung sei nichts Neues, zog Gröner Parallelen zur Erfindung des Buchdrucks. Auch dieser hätte gravierende Veränderungen etwa für die königlichen Hofschreiber gebracht, weil der König seine Verlautbarungen schneller und effizienter weitergeben wollte. Heute würde der „König in den USA“ seine Dekrete via Twitter verlautbaren, zog Gröner die Entwicklungskurve mit einem kleinen Seitenhieb an Donald Trump weiter.

Am Beispiel der Musikkassette und BASF sowie Nokia zeigte Gröner die Fehler auf, die in einem solchen Wandel passieren können. Vor allem dürfe man nicht in Selbstzufriedenheit mit Gedanken wie „Nur wir wissen, wie man den Markt bearbeitet“ oder „Nur wir kennen die wirklichen Bedürfnisse unserer Kunden“ verfallen. Auch sollte man davon Abstand nehmen, Entwicklungen nur aus dem bestehenden Produkt heraus zu überlegen. Ein Automobil sei auch etwas anderes gewesen als nur schnellere Pferde. „Man kann die Zukunft nicht voraussagen, aber vorausdenken“, meint Gröner. Schlüssel zum Erfolg sei, die Zielgruppenbedürfnisse der Kunden im Auge zu behalten – für Medien seien das vor allem glaubwürdige journalistische Inhalte. Einfache News hätten keinen Wert mehr, aber es gebe eine Bereitschaft, für qualitativen Journalismus zu bezahlen. Wesentliche Faktoren bei der Zukunftsausrichtung seien etwa ein Fokus auf Mobile, eine konsequente und harte Paywall und vor allem Mut zur Veränderung. „Jetzt ist die Zeit zu handeln“, schloss Gröner.

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