Prof. Dr. Stefan Gröner hält die Keynote zu Künstlicher Intelligenz beim LGT Unternehmer-Symposium 2024 in Wien

Zum Vortrag:

Digitale Transformation & KI: Chancen und Herausforderungen mit besonderem Fokus auf die Herausforderungen auf den Menschen

Im prunkvollen Herkulessaal des Gartenpalais Lichtenstein durfte Prof. Dr. Stefan Gröner direkt nach den spannenden Ausführungen von S.D. Prinz Hubertus von und zu Lichtenstein zum Zeitalter der Künstlichen Intelligenz den Zuhörern seine Erfahrungen zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung nahe bringen.

Die digitale Transformation und der Einsatz von KI bieten enorme Chancen, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu steigern. Gleichzeitig stellen sie Führungskräfte vor bedeutende Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf den Wandel der Unternehmenskultur, Datensicherheit und ethische Verantwortung. Erfolgreiche Führung in dieser neuen Ära erfordert eine klare Vision, umfassende Planung und die Fähigkeit, Mitarbeiter zu inspirieren und zu führen. Nur so können Unternehmen die Vorteile der digitalen Transformation voll ausschöpfen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken minimieren.

Um den Herausforderungen des Digitalen Wandels Trends Rechnung zu tragen, ist es für alle Unternehmen unerlässlich, sich permanent mit den sich durch technische Innovationen geänderten Zielgruppen-Bedürfnissen auseinander zu setzen. Und dabei genau und vor allem objektiv zu analysieren, was die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppe sind und wie sich daraus die Marktdefinition ändern kann. Bei diesem Prozess stossen die etablierten Marktplayer aber meist auf ähnliche Probleme, wie sie bereits 1997 von Clayton M. Christensen in seinem Werk „The Innovator’s Dilemma“ beschrieben wurde (Bsp.: Medienunternehmen im Umgang mit Social Media und Streaming; Automobilindustrie im Umgang mit e-mobility und autonomen Fahren). Durch die Geschwindigkeit des digitalen Wandels werden neue, branchenfremde Wettbewerber den bestehenden Marktteilnehmern allerdings sogar eine noch eine höhere Dynamik und intelligentere und umfassendere digitale Lösungen abverlangen, um die Kunden der Zukunft zufrieden zu stellen. Um diese Herausforderungen aber dennoch zu bewältigen, müssen Unternehmen in der Lage sein sich selber in Bezug auf nachhaltige Adaptabilität optimal aufzustellen und dabei bei zwei entscheidenden Bereichen ansetzen:

Die strategische Bewältigung des digitalen Wandels

Hierbei steht die Frage nach dem (Unternehmens-) Sinn im Vordergrund, es geht um langfristige Ziele und nachhaltige (Unternehmens-) Visionen. Vordringlichste Aufgabe ist dabei, nicht mehr in den klassischen Dimensionen von Erfolg wie Umsatz, Marktanteile etc. zu denken. Sondern zu verstehen, dass Kunden und Mitarbeiter nur dann nachhaltig loyal bleiben, wenn das Unternehmen einen eindeutigen Nutzen stiften kann. Das Nutzenversprechen muss dabei auch langfristig gültig sein und gleichzeitig so breit definiert sein, dass es flexiblel angepasst werden kann, wenn neue Technologien aufkommen. Folgende Kompetenzen sind aus strategischer Sicht vor allem nötig:

Permanentes Überdenken der Märkte und Geschäftsmodelle.
Kundennutzen (Customer Experience) als oberste Priorität.
Konsequente Datenerhebung und -analyse mit Hilfe von KI-gestützten Cloud-Lösungen.
Kooperationen mit angrenzenden Bereichen zur Verbreiterung des Geschäftsfeldes.
Strategisches Portfolio- und Datenmanagement (Akquisen und Produktentwicklungen). 

Denn die beste Branchenlösung wird also vor allem für junge Zielgruppen nicht mehr durch die besten Teilprodukte, sondern über ein hoch technologisiertes, kundenzentriertes und integriertes Ökosystem aller wichtigen Funktionen zur Bedürfnisbefriedigung definiert.

Zur Überprüfung der eigenen Dienstleistungs- und Produktsicht ist das Verständnis der wichtigsten
Formen des Maschinellen Lernens unerlässlich. Die neueste Entwicklung ist Generative KI. Hier sind Algorithmen in der Lage, neue Daten zu erstellen, die den Trainingsdaten ähnlich sind. Diese Algorithmen basieren ebenfalls auf tiefen neuronalen Netzwerken die per Unüberwachtem, Überwachtem und Reinforcement-Lernen trainiert werden und ermöglichen die Erstellung von Bildern, Texten, Musik und sogar Videos, die vorher nicht existierten. Unternehmen können beispielsweise generative KI nutzen, um personalisierte Werbung und Inhalte zu erstellen, die besser auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Kunden abgestimmt sind. In der Medizin kann sie zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen, indem sie molekulare Strukturen generiert, die potenziell als Wirkstoffe fungieren könnten. Auch in der Forschung und Entwicklung können Simulationen und Modellierungen beschleunigt und verbessert werden.

Ein bedeutendes Potenzial von Generativer KI liegt in der Demokratisierung von Kreativität und Technologie. Durch den Zugang zu leistungsfähigen KI-Tools können auch Personen ohne tiefgehende Fachkenntnisse kreative und technische Projekte realisieren. Dies kann zu einer breiteren Partizipation und Innovation führen, da mehr Menschen in der Lage sind, ihre Ideen umzusetzen und zu teilen. Trotz der vielen Vorteile birgt der Einsatz von Generativer KI aber auch erhebliche Risiken. Eines der größten Risiken ist neben der ethischen und rechtlichen Grauzone die Möglichkeit des Missbrauchs. Generative KI kann zur Erstellung von Deepfakes verwendet werden, die realistische, aber gefälschte Videos oder Audiodateien produzieren, was zu Desinformation und Betrug führen kann. Dies könnte das Vertrauen in Medien und digitale Inhalte untergraben und erhebliche gesellschaftliche und politische Konsequenzen haben.

Die Umsetzung der Strategie im Unternehmen

Hier steht die Frage nach der Haltung im Vordergrund, es geht es um die tagtägliche Umsetzung der Zielverfolgung im Unternehmen. Folgende Fähigkeiten und Eigenschaften sind hier gerade im Bezug auf die Führung von jungen Mitarbeitern unerlässlich:

a) Mut, vor allem hinsichtlich klarer Richtungsvorgaben und Fokussierung/ Komplexitätsreduktion,
b) Vertrauen, in sich selbst, in die Kunden, in die Mitarbeiter und auch in die bisherigen Wettbewerber des alten Marktes,.
c) Kooperationswille (intern: Schaffung einer gemeinsamen Datenkultur, extern: strategische Kooperationen),
d) Glaubwürdigkeit und, last, not least,
e) Kreativität und Neues Denken.

Zur Veranstaltung:

Die LGT Group ist eine internationale Privatbank, die sich auf Vermögensverwaltung und Investmentdienste spezialisiert hat. Ein zentrales Event ist das LGT Unternehmer-Symposium, bei dem Unternehmer, Investoren und Experten zusammenkommen, um sich über wirtschaftliche Trends, Innovationen und Unternehmensstrategien auszutauschen. Das Symposium bietet eine Plattform für Networking, Wissenstransfer und die Diskussion aktueller globaler Herausforderungen, die Unternehmen heute beeinflussen. 2024 steht es ganz im Zeichen der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz.

Forschung zu Künstlicher Intelligenz an der Hochschule Fresenius

Prof. Dr. Stefan Gröner über Künstliche Intelligenz in der Praxis: Vier neue Forschungsarbeiten der Hochschule Fresenius

Vier neue Masterarbeiten an der Hochschule Fresenius untersuchen empirisch, was Künstliche Intelligenz in Unternehmen tatsächlich leistet – von der strategischen Entscheidungsfindung über Markenkommunikation und Social Commerce bis zum Einsatz digitaler Zwillinge im Mittelstand. Betreut wurden die Arbeiten von Prof. Dr. Stefan Gröner, Studiendekan des Masterstudiengangs Digitales Management & Leadership.

Weiterlesen »
SoftServe logo

Prof. Dr. Stefan Gröner on the challenges and opportunities of artificial intelligence in enterprises – 3 keynotes and workshops

In three keynotes and workshops for the global IT consultancy SoftServe in Munich, Frankfurt and London, Prof. Dr. Stefan Gröner examined the question that decides every AI initiative: not what the technology can do, but whether an organization is ready to use it. The sessions showed why most AI projects stall long before the technology becomes the problem – and what separates companies that scale AI from those that keep piloting it.

Weiterlesen »
Keynote Speaker Prof. Dr. Stefan Gröner über Führung und Künstliche Intelligenz

Prof. Dr. Stefan Gröner über „Zukunft führen – Leadership zwischen Stabilität und Disruption“

Wie führt man eine Organisation, deren Auftrag Verlässlichkeit ist, durch eine Zeit, die Verlässlichkeit permanent infrage stellt? Vor den Führungskräften des Senators für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen sprach Prof. Dr. Stefan Gröner über Leadership zwischen Stabilität und Disruption – über Künstliche Intelligenz, digitale Transformation und die menschlichen Fähigkeiten, die gerade dann an Bedeutung gewinnen, wenn Maschinen immer mehr können.

Weiterlesen »

Keynote zur Künstlichen Intelligenz von Prof. Dr. Stefan Gröner bei der Bilthouse Gruppe: Chancen und Herausforderungen für Unternehmen im digitalen Wandel

Im Rahmen einer Keynote für die Führungskräfte der Bilthouse Gruppe sprach Prof. Dr. Stefan Gröner über eines der prägendsten Themen unserer Zeit: die Chancen und Herausforderungen für Unternehmen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Der Vortrag zeigte auf, warum KI längst kein Zukunftsszenario mehr ist, sondern ein zentraler Treiber des digitalen Wandels – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Strategie, Führung und Wettbewerbsfähigkeit.

Weiterlesen »

Prof. Dr. Stefan Gröner über Künstliche Intelligenz und Robotik: Zwei Interviews zu den Technologien der Zukunft

Künstliche Intelligenz und Robotik verändern Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mit rasanter Geschwindigkeit. In zwei Interviews hat Prof. Dr. Stefan Gröner zentrale Entwicklungen eingeordnet und einen Ausblick auf kommende Innovationen gegeben. Während er im Gespräch mit Kulturradio Bremen die Rolle von KI und Robotik in der Medizin beleuchtet, richtet sich sein Interview bei Aktionärs-TV stärker auf wirtschaftliche Perspektiven und Zukunftstechnologien. Beide Gespräche zeigen eindrucksvoll, wie eng technologische Innovation, gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Chancen miteinander verwoben sind.

Weiterlesen »

Prof. Dr. Stefan Gröner hält die Abschluss-Keynote auf dem HanseCom Forum 2025 zum Them Mobilität der Zukunft: Wie Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren den öffentlichen Personennahverkehr verändern

Die Mobilität der Zukunft entscheidet sich nicht auf der Autobahn, sondern in Städten, Ballungsräumen und ländlichen Regionen – und damit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Während autonome Autos medial dominieren, findet die eigentliche digitale Transformation des Verkehrs dort statt, wo täglich Millionen Menschen unterwegs sind: in Bussen, Bahnen und Straßenbahnen.

Weiterlesen »